Mehr Sicherheit im Gepäck

Sport im Urlaub

Sicherheit auf Reisen. Das ist offensichtlich ist zentrales Thema für viele, wenn es darum geht zu verreisen. Ich persönlich habe mir noch nie wirklich viele Gedanken darüber gemacht. Das ist vermutlich ein Riesenvorteil. Passiert ist mir noch nie etwas. Naja, okay… in ein paar unangenehmen Situationen war ich schon. Es ist jedoch immer alles gut gegangen. Eine Geschichte ist zum Beispiel meine Begegnung mit der Polizei in Honduras.

Ein entscheidender Aspekt ist, dass ich mich im Ausland nicht so benehme wie in Deutschland, sondern mich den regionalen Gepflogenheiten anpasse. Ich setze nicht voraus, dass es irgendwo in der Welt so ist oder zu sein hat wie hier. Es ist immer anders. Verhaltensweisen, die in Deutschland gut funktionieren, können Dir im Ausland mächtig Ärger bereiten. Was meine ich damit? Hier ein paar Beispiele.

  • In Deutschland ist meine Handtasche so gut wie immer offen. Im Ausland nie.
  • Wenn ich hier abends weggehe, hänge ich meine Handtasche gerne über die Armlehne oder stelle sie auf den Stuhl neben mir. Im Ausland mache ich das grundsätzlich nicht!
  • In exotischen Ländern trinke ich abends immer eine Cola als vorbeugende Medizin, um ggf. alle Bakterien in meinem Magen abzutöten. In Cola stirbt jedes Leben, sogar eine Kakerlake. Zu Hause trinke ich nie Cola. Bäh. Pfui.
  • Zu Hause trinke ich gerne mal Leitungswasser – in fremden Ländern verwende ich ausschließlich gekauftes Wasser aus Flaschen, sogar zum Zähneputzen.

Weitere Tipps findest Du unter Einfache Regeln für mehr Sicherheit

Einerseits ist es das Wissen, was ich tun und lassen sollte, wichtig für mehr Sicherheit und Gesundheit auf Reisen.
Andererseits ist auch das innere Gefühl wichtig, ob ich mich sicher fühle oder wann bzw. wann nicht. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen fühle ich mich in fremden Ländern immer sofort wohl und komme auch sofort gut mit fremden Menschen zurecht. Ich fühle mich sicher im Umgang mit ihnen und den unterschiedlichen Situationen. Woher kommt das?

Nun, einerseits ist es sicher Erfahrung, Prägung und auch Zuversicht. Ich gehe einfach immer davon aus, dass alles gut gehen wird. Das ist mein Motto auf Reisen. Da ich aber festgestellt habe, dass es vielen Menschen anders geht als mir, habe ich darüber nachgedacht, was anderen helfen könnte, sich etwas sicherer auf Reisen zu fühlen. Hier ein paar Ansätze, was Du tun kannst.

Tipps

  • Reduziere Deinen Nachrichten-Konsum erheblich, um Dich vom durchgängigen Gefahren-Denken zu befreien
  • Versuche, Deinen Konsum an negativen und schlechten Nachrichten zu minimieren. Du fühlst Dich dann automatisch besser. Langfristig wirst Du vermutlich auch sicherer und mutiger.
  • Achte stärker auf positive Nachrichten.
  • Teile gute oder fröhliche Nachrichten mit anderen.
  • Übe Dich zu sehen, was alles ohne einen Zwischenfall klappt.
  • Erkenne, wie oft Du missglückten Dingen Aufmerksamkeit schenkst und höre am besten sofort auf damit!
  • Freu Dich auf das, was vor Dir liegt.
  • Bastel‘ Dir ein Vision Board oder schreibe eine Bucket List, damit Du Dich mit schönen Dingen beschäftigst, die Du noch im Leben machen möchtest.
  • Mache Dir bitte klar, dass Dir immer etwas passieren kann – egal, wo Du bist.
  • Übe Dich, Dich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren – weniger an gestern, morgen oder übermorgen zu denken.
  • Beobachte, was um Dich herum passiert.
  • Sei im Urlaub und auf Reisen besonders aufmerksam.
  • Beachte ein paar einfache Sicherheitsregeln, wenn Du reist.

Es kann immer etwas schiefgehen.
Es kann aber auch immer alles gut gehen (mein Lebensmotto).
Unsicherheit schränkt ein. Zuversicht gibt Freiheit.

Angst kommt aus dem Gefühl heraus, es könne etwas  – in der Zukunft – passieren.
Wenn Du Dich auf die Gegenwart konzentrierst, stellst Du fest, dass Angst darin keinen Platz hat.

Was haben aber Medien und schlechte Nachrichten mit einem Sicherheitsgefühl zu tun?
Ich denke: eine ganze Menge.

Reise- und Sicherheitshinweise

Als in 2015 nach Ägypten gereist bin, habe ich das erste Mal die Hinweise des Auswärtigen Amts gecheckt. Hat es mich beeinflusst? Ja und nein. Ja, es hat mich verunsichert. Geflogen bin ich dennoch. Hat es mir ein gutes Gefühl gegeben? Nein.
Die Reise- und Sicherheitshinweise vom Auswärtigen Amt können auf jeden Fall wertvoll sein. Ein kritischer Blick auf ein exotisches Reiseland ist sicherlich hilfreich, wenn man so gar keine Ahnung von dem Land hat. Allerdings birgt es aus meiner Sicht auch die Gefahr, dass man sich selbst sehr schnell einschränkt, wenn man sich zu oft mit den möglichen Gefahren in anderen Ländern beschäftigt. Es kann überall etwas Gefährliches passieren. Es gab schon immer Deppen, Idioten und Hirnlose, die irgendwo unsinnig auf Menschen schießen oder andere überfallen. Der Terror beschränkt sich nicht mehr nur auf irgendwelche fernen Länder, sondern trifft uns mittlerweile auch in den vermeidlich sicheren westlichen Ländern in Europa. Denken wir an die Anschläge in Paris oder an den Amok-Läufer in Norwegen. Es kann uns jederzeit etwas zustoßen, nur weil wir zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Das ist schlimm, sehr schlimm. Deswegen ist es in der Welt da draußen trotzdem nicht per se gefährlich.

Unsicherheit durch Medien

Wovon ich mich beeinflussen lasse bzw. ob ich mich wegen irgendwelcher Vollpfosten und ihren kriminellen Handlungen zu Hause verkrieche, liegt lediglich an mir selbst. Es ist meine eigene Entscheidung, wie ich mit den Informationen und den Nachrichten aus der ganzen Welt umgehe. Oder, wie ich mit den Medien umgehe.
Je häufiger ich lese, dass etwas gefährlich ist, desto eher glaube ich, dass die ganze Welt unsicher(er) geworden ist. Ist sie das wirklich oder denken wir das nur, weil uns die Medien rund um die Uhr von negativen Zwischenfällen auf der Welt berichten und alles bis ins letzte Detail (viel mehr als früher) ausschlachten? Ich glaube, wir tun uns nichts Gutes, so viele schlechte Nachrichten zu konsumieren.
Ich persönlich bin der Meinung, dass uns Medien sehr viel stärker manipulieren als wir uns oftmals bewusst machen. Wir kriegen unentwegt mit, wie schrecklich und gefährlich offensichtlich alles ist.
Massen-Karambolage auf der Autobahn, ein Zugunglück hier, ein Flugzeugabsturz oder eine Flugzeugentführung dort. Komisch, wie viele gleiche Unfälle plötzlich passieren, wenn ein Unglück groß in die Medien gekommen ist. Ist das nicht auffällig? Man könnte meinen, dass es sonst nie irgendwelche Abstürze gibt…
Hinzukommen Terror durch den IS, Krieg in Syrien, brennende Flüchtlingsunterkünfte in Sachsen, Überfälle und Vergewaltigung in Indien, Amok-Lauf in Burlington und Oregon (weiß eigentlich jemand, wo genau das ist?), Polizist erschießt Farbigen in Houston etc.

Sind das wirklich Dinge, die wir wissen müssen? Oder ständig so etwas hören, rund um die Uhr?
Macht das unser Leben besser?
Nein. Das tut es nicht.
Die meisten von uns verunsichert das.

Bei den wenigsten Menschen löst es das Gefühl aus: „Das Leben ist so kostbar, weil es jederzeit zu Ende sein kann – deshalb lasst es uns intensiv in jedem Moment erleben!“

Aus meiner Sicht ist das aber die einzig richtige Reaktion: Das Leben wertschätzen.
Das Beste draus machen.
Es genießen. Es feiern. Jeden Tag.

Alltag

Unser Leben kann in jeden Moment vorbei sein. Egal, wo man sich gerade aufhält.
Beim Unfall im Straßenverkehr oder im Haushalt, weil man die Treppe runterfällt und sich das Genick bricht, oder beim Herzinfarkt hat, weil man gestresst, zu ungesund isst und zu wenig Sport treibt…
Wir denken nur nicht daran, wenn wir in uns in unserem gewohnten Umfeld im Alltag bewegen. Viele fangen erst an, darüber nachzudenken, wenn sie in Urlaub fahren wollen. Warum?

Die Wahrscheinlichkeit, hier im Straßenverkehr umzukommen ist vermutlich sogar höher als in der Rushhour in Bangkok von einem Tuk Tuk angefahren zu werden. Wir sind im Urlaub viel aufmerksamer, weil wir weniger gestresst sind und genauer beobachten, was wirklich um uns herum passiert. Das macht sicher: Wissen, was um einen herum passiert.

Wenn ich die Wahl hätte, wo ich lieber sterben möchte – wie würde ich entscheiden? Im Alltag, Im Auto auf dem Nachhauseweg vom Büro, eingeklemmt in einem Autowrack mitten auf einer dreckigen, lauten Autobahn mit unzähligen Gaffern um die Unfallstelle herum (die den Rettungswagen behindern) oder beim Tauchen auf den Philippinen oder in Kenia auf einer Wild Life Erkundungstour, wo ich bis dahin einen wunderbaren Aufenthalt erlebet hatte? Hmm… also, ich habe meine Wahl getroffen! Und Du?

Gegenwartsbezug

Wir alle verdrängen gerne, dass unser Leben endlich ist. Ich glaube, das ist ein großes Versäumnis.
Wir streben nach Sicherheit, weil wir Angst vor dem Tod haben. Wie jede andere Angst bedeutet auch sie eine gewisse – wenn nicht erhebliche – Einschränkung im Leben. Wenn wir uns klar machen, dass unsere Zeit limitiert ist – und das ist eine unumstrittene Tatsache – dann haben wir eine echte Chance, unsere Zeit im Hier und Jetzt viel intensiver wahrzunehmen, uns weniger Sorgen zu machen und uns ein bisschen mehr im Leben zu trauen. Im Alltag und beim Reisen.

Fazit

Meine persönliche Meinung ist, dass wir uns so frei wie möglich bewegen und aufhören sollten, so viele schlechte Nachrichten zu konsumieren. Sie machen uns verrückt und wir schränken uns damit massiv in unserem Leben ein. Gerade, wenn wir gerne mehr reisen möchten. Natürlich sollte man auf Reisen vorsichtig sein – aber hierzulande muss man es auch. Es gibt Unterschiede, zweifelsohne. Man kann sich aber an sehr vielen Orten sehr sicher bewegen. Man sollte nicht den Fehler machen zu denken, dass man sich überall so verhalten kann wie bei uns in Deutschland. Es ist klug, auf Reisen ein paar einfache Verhaltensregeln zu beachtet, um das Risiko von unangenehmen Zwischenfällen zu minimieren.

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