Rückblick im Leben

Ich glaube, ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen als auf dem Sterbebett zu liegen, mein Leben revue passieren zu lassen und zu denken: „Oh hätte ich doch…“.
Was für ein Alptraum.

Ich weiß heute schon, dass ich eine Sache sehr bereue: nämlich, dass ich keine eigenen Kinder habe. Das ist wirklich hart für mich. Es ist aber kein Grund, den Rest meines Lebens nicht mehr fröhlich zu sein. Es hat seine Zeit gebraucht, um mich neu zu (er-) finden und einen Weg zu gehen, den vielleicht viele andere nicht gehen. Ich habe aber für mich entschieden, noch viel aus meinem Leben zu machen und eine Menge zu reisen.
Den Anspruch, dass alles perfekt sein müsse, habe ich in meinem Sardinien-Urlaub abgelegt.
Wozu sollte ich mich in meinem privaten Leben unter Druck setzen? Dafür ist es doch wahrlich zu kurz.

Ich vermute, dass ich gesund alt werde und dass ich wahrscheinlich sehr alt werde. Das ist meine tiefe, innere Überzeugung. Zum Glück habe ich mütterlicherseits sehr gute Gene mitbekommen. Meine Uroma ist erst mit 97 Jahren an Altersschwäche gestorben! Bis dahin war sie ziemlich fit. Ich wünsche mir, dass ich im hohen Alter auf ganz viele Erlebnisse zurückblicken kann, die ich heute auf meiner Bucket List stehen habe. Wow. Das wäre was!

Um mich zu motivieren, meine Komfortzone zu verlassen, stelle ich mir immer mal wieder vor, wie ich auf dem Sterbebett liegen könnte. Der Auslöser dafür ist wahrscheinlich folgender: mein Vater ist mit 72 Jahren noch nicht wirklich alt. Leider gehören schwere Krankheiten bereits seit fast zwei Jahrzehnten zu seinem Leben dazu. Mittlerweile ist er ein schwerer Pflegefall. So ein Zustand ist wirklich nichts, was man einem geliebten Menschen wünscht. Und dennoch beklagt er sich nie und ist mit der Situation zufrieden, wie sie ist. Das berührt mich sehr.
Es gibt wirklich sehr grausame Krankheiten… Krebs und Parkinson gehören definitiv dazu.
Das Vorteilhafte an Parkinson ist vielleicht, dass sich die Menschen selbst gar nicht mehr so recht erinnern, was sie alles einmal ausleben konnten und wie fit sie einmal waren. Zumindest hoffe ich das. Für die Angehörigen ist es auf jeden Fall sehr schwierig, den Verfall eines Menschen in Häppchen mitzuerleben. Papi, ich liebe Dich!

Dennoch bin ich absolut davon überzeugt, dass ich gesund alt werde. Ich gehe auch fest davon aus, dass ich irgendwo auf einer Reise oder bei einem wagemutigen Ausflug ums Leben komme. Bei meiner bisherigen Lebenshaltung wäre das keine besonders große Überraschung. Vor einiger Zeit hatte ich mal im Radio mitbekommen, dass zwei Rentner mit 76 Jahren in Kolumbien von der Mafia festgenommen worden sind, die das Rote Kreuz dann nach wochenlangen Verhandlungen ausgelöst hat. Lösegeld sei angeblich keins geflossen, obwohl es vermutet wurde.
Was hatten die zwei gemacht?
Sie hatten sich mit ihrem VW Bus verfahren und sind in einer Kokain-Plantage der Drogenmafia gelandet.
Das Kartell hielt sie für Spione.

Ich dachte spontan: Wie geil ist das denn?! In dem Alter noch so wagemutig und rüstig unterwegs zu sein! Und dann so ein Abenteuer! Sensationell. Spontan sagte ich zu mir: So will ich mit Mitte 70 auch sein!

Für den Fall aber, dass mich doch eine dahinsiechende Krankheit einholen sollte (was ich aber ausdrücklich nicht glaube) oder ich aus irgendeinem anderen Grund lange in einem Bett liegen würde (ein gebrochenes Bein ist okay), stellt sich mir die Frage: Was werde ich dann rückblickend zu meinem Leben sagen?

  • Saugeil. Sensationell! Ich hätte es nicht besser machen können!!!
  • Oder: Naja, war ganz okay. Ich hatte einige Höhen, aber auch einige Tiefen. War schon gut so, wie es war.
  • Oder: Ich hab’s voll verbockt. Das nächste Mal würde ich es komplett anders machen.

Wir haben die Wahl. Ich habe sie. Du hast sie.
Jeder hat sie. Immer.
Es ist vielleicht nicht immer einfach.
Ich glaube, wir trauen uns zu selten, das zu tun, was wir wirklich wollen.
Oder wir wissen gar nicht recht, was wir wirklich wollen und tun, was wir denken, dass wir tun sollten.
Die meisten von uns erlauben sich viel zu selten, glücklich zu sein.

Bronnie Ware schildert in ihrem Buch: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen: Einsichten, die Ihr Leben verändern werden auf eine ausgesprochen zärtlich und einfühlsame Weise ihre persönliche Lebensgeschichte als Pflegerin und von alten Menschen, die im Sterben liegen. Sie schreibt davon, was ihr ihre Patienten erzählen und was sie mit ihnen erlebt. Einfach einzigartig. Berührend. Ein wunderbares Buch!

Meine persönlichen Tipps

  • Wenn Du Dein Leben aktiv gestalten möchtest, lies dieses Buch und beginne, Dich auf Deinen Weg zu machen, um das zu leben, was Du liebst.
  • Wenn Du noch nicht weißt, was das genau ist, dann begib Dich auf die Suche.
  • Wenn Du Deine Lebensvision hast, aber nicht weißt, wie Du sie umsetzen sollst, hol‘ Dir einen Coach.
  • Wenn Du in einer Lebenssituation feststeckst, lies Ratgeber und suche Dir einen professionellen Experten, der Dir hilft.
  • Wenn Du mehr Fragen als Antworten hast, höre zu und lass Dein Inneres antworten: Fang an zu meditieren und lass Deine innere Stimme Dich finden.

Das Leben ist wirklich zu kurz, um keinen Spaß zu haben!
Einige Bücher, die mir in meinem Leben weitergeholfen haben, findest Du in meinen Buchtipps.
Heute bin ich wahnsinnig dankbar, dass ich mich auf den Weg gemacht habe und nun meiner ganz persönlichen Lebensaufgabe folge.

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